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Station 2: Die Bedeutung des Wassers für die Industrie

N 50° 48.892 E 012° 31.595 - Hedrich Wehr

"Ohne Wasser merkt Euch das, wär uns´re Welt ein leeres Fass".

Der Vater von heinrich Carl Hedrich (Müllermeister sowie studierter Mühlen- und Maschinenbaumeister) kaufte 1840 die Schlossmühle (eine Getreidemühle) von Fürstin Henriette von Schönburg-Glauchau. Dazu gehörten das Muldenwehr, der Mühlgraben und das Wassernutzungsrecht. Bereits 1841 wurde das Mühlenwehr wegen des großen Höhenunterschiedes von 2 m durch Hochwasser und Eis zerstört und die Produktion musste eingestellt werden. Zur Lösung des Problems kaufte Hedrich 1842 den Wehrgarten (hier am Hedrichwehr), zweigte den Mühlgraben schon im Wehrgarten von der Mulde ab und baute dort ein Wehr mit vier Höhenstufen. Erstmalig wurde ein konstanter Wasserfluss des Mühlgrabens für den Antrieb der zahlreichen ansässigen Fabriken erreicht und die Gefahr von Hochwassern gebannt. Weitere Industrieanlagen entstanden nach und nach am Mühlgraben und der Wehrdigt ent-wickelte sich zum industriellen Zentrum Glauchaus.

Die Wasserversorgung erfolgte ab ca. 1600 über eine mit Pumpe angetriebene Wasserkunst (Röhrensystem) vom Mühlgraben in die Wasserbehälter des Schlosses und über den Röhrensteig in die Wasserbehälter der Stadt. Ab 1852 entwickelte Hedrich die erste „Fern-"Wasserleitung aus gusseisernen Druckleitungen im geschlossenen Röhrensystem. 1857 wurde das unter seiner Leitung gebaute Wasserleitungssystem in Betrieb genommen (das Zweite dieser Art in Deutschland, nach Hamburg) und versorgte 95 Privatgebäude und die Industrie der Mittel- und Oberstadt.
Andere Städte kamen, um diese Technologie zu studieren und umzusetzen. Dresden baute erst 1860 und Leipzig 1870 ihre Wasserleitung. Als Wasserspeicher auf der Höhe baute man 1910 den Bismarckturm, pumpte das Wasser hinein und leitete es anschließend über Gefälle und Druck in die Stadt.

Mit zunehmender Industrie wurde stetig viel sauberes Wasser für die Produktion und im Brandfall zum Löschen benötigt. Die Zwickauer Mulde verschmutzte immer mehr. Zusätzlich schwankte ihr Wasserstand, was vor allem bei Niedrigwasser zu Problemen führte. So wurde 1936-38 der 46 ha große Stausee als Reservespeicher für die Glauchauer Textilindustrie für Färbereien und Brauchwassernetz geschaffen. Das Muldewasser konnte in dem Staubecken mit einer chemischen und biologischen Vorreinigung auf natürlichem Wege aufbereitet werden. Was einst der Industrie diente, ist heute Naherholungsgebiet, ein beliebter Ort für Freizeit, Erholung und Natur.

Aufgabe

Sie stehen auf dem Wehr.

Die Geländersäulen sind schon alt. Wie viele haben oben noch eine Kugel (inkl. der ersten beiden mit Gewinde)?
B = Einerziffer der Anzahl der Kugeln.

Die Wehre werden mittels Zahnstangen und Kurbel nach oben bewegt.
C = Quersumme der Anzahl der schrägen grünen Zahnstangen (an der Südseite der Brücke).

Weiter geht es nun nördlich/links am Gründel- und Hammerteich entlang in den ältesten Stadtteil, den Wehrdigt, zum Stuhl.