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Station 3: Färberei & Veredlung

N 50°49.195 E 012° 32.252 - Firma Huschke, Karlstraße 8,9

Gewünscht waren natürlich nicht nur "naturfarbene" Stoffe. Die Ware wurde gefärbt und veredelt.

Da die überschüssige Farbe aus dem Färbegut wieder ausgespült werden musste, benötigte das Färben sehr viel Brauchwasser. Somit waren die Bedingungen im Wehrdigt entlang von Mulde und Mühlgraben ideal für dieses Handwerk. Zu Beginn färbte man die Gewebe und legte sie zum Trocknen auf den Uferwiesen aus. Mit zunehmendem Fortschritt in der Weberei sollten farbige Muster entstehen und man ging zur Garnfärbung über. Die Abwässer der Färbereien wurden früher weitestgehend ungereinigt in die Mulde eingeleitet und so sah man am Wasser immer gleich, mit welcher Farbe gerade gefärbt wurde.

Zusätzlich zu den Färbereien entstanden Druckereien und Appreturanstalten. 1864 gab es in Glauchau 47 Fabriken der Stoffveredlung. In der Appretur wurden die Stoffe veredelt, um das Aussehen (z.B. Glanz) und die Trageeigenschaften zu verbessern (z.B. Weichheit, Festigkeit, Wasserabweisung ...). Nach dem 2. WK kamen die Chemiefasern auf und mit ihnen verbesserten sich auch die Veredlung hinsichtlich Aussehen und Trageeigenschaften der Stoffe (z.B. Knitterarmut, Elastizität ...).

Das 1845 von Salomon Richter gegründete Unternehmen wechselte 1872 den Inhaber und hieß "Appreturbetrieb Richard Huschke". Richard Huschke machte es zu einer der bekanntesten Appreturanstalten Deutschlands. In der Fabrik wurden Damenkleider- und Konfektionsstoffe veredelt. 1905 geht das Unternehmen an Dr. Walter Demmring. Ab 1949 setzte man Hans Vogel als Betriebsleiter der Firma ein, welche ab 1972 als VEB Buntappretur Hans Heinrich Vogel arbeitete und 1975 dem VEB Textilwerke Palla angeschlossen wurde. Ca. 2004 erfolgte der Abbruch der Gebäude. Im Rahmen der Flächenaufwertung wurde der große rote Stuhl aufgestellt.
Heute gibt es in Glauchau keine Veredlungsfirmen mehr.

Aufgabe

Sie stehen vor dem roten Stuhl. Wieviele liegende Bretter bilden die Sitzfläche des Stuhls.
D = Quersumme der Anzahl der Bretter

Jetzt führt der Weg in die Wilhelmstraße und die Lindenstraße entlang zum Leipziger Platz.

Weitere bedeutende Unternehmen

Zu den großen und bedeutenden Unternehmen in Glauchau gehörten die Färberei Neubarth (gegründet 1801, Ecke Färberstraße/Wehrdigtstr.), Färberei & Appretur A. Fiernkranz (1833, Wilhelmstraße 26), Stückfärberei & Appretur Carl Persch GmbH (1845, Lindenstr. 34/35), Färberei & Appreturanstalt Lorenz & Ramminger (1849, Meeraner Str. 2), Appreturanstalt Carl Thomas (1850, Marienstr. 46), Firma Bernhard Dalichow (1878, Elzenberggrund) und der Appreturbetrieb Richard Huschke ehemals am hiesigen Standort.