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Beleuchtung & Strom

N 50° 49.015 E 012° 32.464 - Straßenlaterne Schloßstraße

Antriebskraft und Licht waren die Grundvoraussetzungen für die wirtschaftliche Entwicklung Glauchaus vom Zentrum der Leineweber zur bedeutenden Industriestadt.

Bis 1858/59 nutzte man für die Beleuchtung einzelne Öllaternen.Danach wurden die Straßenlaternen auf Gasbeleuchtung umgestellt. Dazu gründete man die Gasbeleuchtungs AG gegründet, baute drei große Gasometer (Areal Bowling Pub) und installierte ein zentrales Leitungsnetz. Glauchau war damit Vorreiter in Sachsen.
Acht Nachtwächter betreuten 1888 insgesamt 281 Gaslaternen. Dies war sehr aufwendig. Sie mussten die Laternen warten, die Scheiben putzen, im Winter enteisen, zusätzlich noch Feuerwache halten, für Nachtruhe sorgen und zum Zeichen der Wachsamkeit stündlich singen (meist Uhrzeitgesänge). Mancher tat dies nach dem Motto: Ein Schluck für die Laterne, ein Schluck für den Wärter. Und so entstand der Spruch „Er hat sich einen auf die Lampe gegossen!"

Bereits 1888 baute Heinrich Carl Hedrich im Wehrgarten (am Hedrichwehr) ein Kraftwerk, und der erste Strom floss in Glauchau. Zuerst genutzt für Hedrichs eigene Produktion und einige Wohnungen belieferte Hedrich schon bald auch Glauchauer Fabriken. 1895 nahm das städtische Elektrizitätswerk seinen Dienst auf (Dampf-, Kraft- und Umspannwerk in Albanstraße 2). Zuerst stellte man die Straßenbeleuchtung auf Stromversorgung um, und schon bald erfolgte die Anbindung der Industriebetriebe zur Beleuchtung (eine Lampe pro Raum, Steckdosen brauchte man noch nicht – heute unvorstellbar) und für wasserunabhängige Antriebe.
Bisher war der Hauptantrieb für die Produktion die Wasserkraft gewesen und die Fabriken lagen deshalb entlang von Mulde und Mühlgraben in der Unterstadt. Nun konnten auch neue Fabriken in der Ober- und Mittelstadt entstehen.

Die gute Energieversorgung beflügelte die Wirtschaft, Fabriken wuchsen, internationale Handelsbeziehungen konnten ausgebaut werden und die Bevölkerung stieg rasant. Glauchau entwickelte sich zur fünftgrößten Stadt Sachsens hinter Dresden, Leipzig, Chemnitz und Freiberg. 1864 hatte Glauchau rund 20.000 Einwohner, doppelt so viele wie 20 Jahre zuvor.

1929 benannte man das Städtische Elektrizitätswerk in „Überlandwerke AG" um und baute 1936 am Gerhart-Hauptmann-Weg ihr Verwaltungsgebäude (Gebäude mit Strompfeil auf dem dach und Pferd davor).

Aufgabe:

Sie stehen vor einer Laterne mit Schild.
A = Mittlere Zahl der oberen Reihe.

Jetzt geht es am Schloss vorbei, durch den Schlosspark, zum Gründelteich und am Gondelbetrieb entlang zum Hedrichwehr.